Bemerkenswert

Körpersprache der Politiker in den Medien

Warum versuchen Menschen ihre Wahrnehmung in der Öffentlichkeit zu kontrollieren? Wenn Politiker unter Druck stehen, hören wir ihnen nicht nur zu, sondern achten auch auf ihre Körpersprache, die mehr über die Person verrät als ihre Worte.

Warum ist das alles von Bedeutung?

Wie ein Politiker oder ein Prominenter aussieht bzw. sich verhält, bleibt normalerweise viel häufiger in der Erinnerung als die Details seiner bzw. ihrer Äußerungen. Das menschliche Gehirn hat verarbeitet leichter visuelle, als verbale Informationen.

Dank visueller Mittel entsteht aber eine zusätzliche „Autobahn“ — mit ihrer Hilfe können Sie viel effizienter kommunizieren.

Politische Psychologie

Die meisten Politiker verstehen die große Bedeutung der Körpersprache. Sie heuern Berater an, die ihnen zeigen, wie sie ihre Stärke zum Ausdruck bringen, ob beim Händeschütteln die Oberhand zu gewinnen oder ihre Aussagen durch die richtigen Gesten zu unterstützen. Die meisten Menschen wissen beispielsweise nicht, dass die Person, die als letzte durch die Tür geht, als der Chef gilt. Das richtige Schauspiel beginnt erstt dann, wenn viele Spitzenpolitiker, die im Umgang mit Körpersprache geschult sinf, zusammenkommen: Für sie ist das Gruppenfoto die beste Möglichkeit, ihre Macht unter Beweis zu stellen. Sie alle versuchen, möglichst rechts zu stehen, denn dann können sie mit ihrer rechten Hand vor der Kamera winken und mit dem linken Arm eine danebenstehende Person umarmen. Deshalb wird bei den Fotosessions gerne hin- und hergeschoben: Alle Staats- und Regierungschefs wollen den perfekten Platz, denn wenn es zu den „Shakehands“ kommt, sind sie immer „einsatzbereit“, um die dominierende Position, die Oberhand einzunehmen.

Emotionen, die wir suchen

Äußerungen, die weniger als eine Sekunde dauern, sagen uns, wie unser Gegenüber die Situation wirklich sieht. Schnelle und raffinierte Bewegungen der Gesichtsmuskeln erfolgen selbst dann, wenn der Gesprächspartner souverän und selbstsicher ist. Seine Mimik zeigt, wie er die Situation unmittelbar bewertet, besonders ausschlaggebend sind dabei seine Augen und sein Mund.

Wenn Sie sich beim Anblick dieser oder jener Politiker intuitiv unsicher fühlen oder Probleme haben ihm zu glauben, dann werden Sie wahrscheinlich im Unterbewusstsein auf minimale Gesichtsregungen achten. Diese sind äußerst wichtig für die Einschätzung des Beobachters.

Es ist immer interessant Politiker zu beobachten denn obwohl sie in Körpersprache geschult sind, verraten sie sich oft wenn sie nicht die ganze Wahrheit sagen. Am besten geht das bei der Analyse von Fotos oder Berichterstattungen in Zeitlupe.

Ärger: Die Lippen sind zusammengepresst, die Mundwinkel bleiben gerade oder sind nach unten gesenkt. Die Augenbrauen liegen schräg Richtung Stirnmitte. Die Augen sind weit geöffnet.

Ärger

Abbildung 1: Der britische Premier David Cameron und die frühere US-Außenministerin Condoleezza Rice

Freude: Die Mundwinkel sind gehoben, genauso wie die Wangen. In den Augenwinkeln bilden sich Falten.

Frreude

Abbildung 2: US-Präsident Barack Obama, Russlands Präsident Wladimir Putin

 

Verachtung: Die Lippen sind auf einer Seite gehoben, der Kopf ist etwas zurückgelehnt.

Verachtung

Abbildung 3: Der frühere britische Premier Tony Blair und der jetzige Regierungschef David Cameron

 

Puppentheater

Politiker haben meist ihre Lieblingsgesten und verstehen etwas von deren Handhabung, diese unterstreichen ist Aussagen und hypnotisieren die Zuschauer, damit sie sich wohl fühlen und ihnen vertrauen.

Die Baseballspieler-Geste – Damit wird Durchsetzungskraft, Autorität, Zuversicht und Stärke zum Ausdruck gebracht.

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Abbildung 4: Der frühere EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso und IWF-Präsidentin Christine Lagarde

 

Gehobener Kirchturm – In dieser Position befinden sich die Hände, wenn man seine Meinung äußert.

Gesenkter Kirchturm – In dieser Position befinden sich die Hände, wenn man eher zuhört als selbst spricht.

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Abbildung 5: Russlands Ministerpräsident Dmitri Medwedew und Präsident Wladimir Putin

 

Feigenblatt – Die Hände sind über dem Genitalbereich gekreuzt. Das ist eine der bekanntesten „geschlossenen“ Gesten, die Unsicherheit und ein geringes Wohlgefühl zeigt.

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Abbildung 6: Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, Russlands Präsident Wladimir Putin und seine argentinische Amtskollegin Cristina Kirchner

 

Kinnreiben – Das kann eine Geste sein, die Selbstbewunderung symbolisiert und anderen sagt: „Seht mich an — ich bin bekannt!“ Zudem kann sie bedeuten, dass man etwas bewertet und eine Entscheidung treffen muss.

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Abbildung 7: Der britische Premier David Cameron und Italiens Ex-Premier Romano Prodi

 

Klassiker

Das O.k-Zeichen: Es vermittelt die Botschaft „Alles in Ordnung“ und soll das Gesagte positiv unterstützen.

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Abbildung 8: Kanzlerin Angela Merkel macht das O.k.-Zeichen.

 

Die Faust: Ein Klassiker, der Entschlossenheit vermitteln soll, oft aber auch Aggression signalisiert.

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Abbildung 9: Die Faust.

 

Geschrieben von Katharina Schmidinger

 

Quellen:

http://de.sputniknews.com/kommentare/20141224/300264977.html

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Interkulturelle Kommunikation

VORSICHT FALLE! So einfach werden Gesten zum Verhängnis

Urlaub in einem fremden Land, andere Kultur, andere Sprache. Alles schön und gut. Doch  kann es schnell mal passieren, dass man wortwörtlich am Ende mit seinem Latein ist. Wobei man mit Latein doch eh nie wirklich weit kommt. Schließlich ist diese doch „Die ausgestorbene Sprache“ schlichthin. Wenn man jedoch auch am Ende mit seinem Russisch, Englisch, Spanisch, Französisch und Chinesisch ist, sich dabei nicht im deutschsprachigen Raum befindet und auch nicht zufällig mit einem Dolmetscher Bekanntschaft macht, ist guter Rat teuer. Sich ein Wörterbuch zulegen ist auf alle Fälle eine Option, doch entspricht dem natürlichen Instinkt des typischen Touristen vielmehr, sich mit Händen und Füßen „durch zu kommunizieren“. Im besten Fall hat diese/r großes Glück und die Einheimischen sind bereits an deutsche Urlauber gewöhnt, in den meisten Fällen tappt er/sie allerdings in ein riesiges Fettnäpfchen. Im schlimmsten Fall, kann sogar ein strafrechtliches Verfahren drohen.

geballte Faust

Geballte Faust, Daumen nach oben gestreckt – einheitliches Symbol für „Alles klar!“ oder „Gefällt mir!“. Immerhin kennen wir dieses Symbol von Facebook nur zu gut. Doch aufgepasst! In Australien, im Iran, im mittleren Osten, in Russland, wie auch in Teilgebieten Afrikas stellt dies eine äußerst obszöne Geste dar und bedeutet so viel wie „Verpiss dich!“.Ok- Zeichen

Auch die hierzulande typische „Ok“ oder „Spitze“ Geste, bei er sich die Fingerspitzen von Daumen und Zeigefinger berühren und so einen Kreis formen, ist nicht überall gern gesehen. Belgier meinen damit „Null“, Japaner das Geld. Italiener drücken aus: „Hä? Wovon sprichst du?“.
Der Handrücken muss dabei allerdings nach unten gedreht sein. In vielen anderen Ländern (…) ist es jedoch eine Beleidigung und steht für Anus, umgangssprachlich „Du Arschloch!“

RockerGeläufig mag es zwar für Anhänger der Rocker Szene sein, doch auch bei dieser Geste ist Obacht geboten. Zeigt man einem Italiener oder Spanier dieses Symbol (italienisch: „mano cornuta“), so teilt man ihm mit, dass man mit seiner Frau geschlafen hat. Wie das ausarten kann darf man sich, im Anbetracht des südländischen Temperaments, gerne bildlich vorstellen. Ganz andersrum läuft es in Argentinien. Dort symbolisiert diese Geste nämlich „Schutz vor Unheil“.

Finger gekreuztWer, die Finger überkreuzt und dabei „Viel Glück“ wünscht wird bei uns teilweise schräg angeschaut oder bekommt ein: „Das kannst du dir sparen!“ zu hören. So steht es doch für eine vorsätzliche Lüge oder Viel GlückVerneinung des Gesagten bzw. Versprochenen. In Kanada, Brasilien und auch in England bedeutet das „fingers crossed“ indes tatsächlich viel Glück. Vergleichbar ist die Geste mit einer geballten Faust für „ich drück dir die Daumen“. Auch damit aber vorsichtig sein! In anderen Ländern kann das Symbol schnell mal aggressiv wirken.

 

Peace ZeichenAuch Politiker werden Opfer heikler Gesten. So Georg Bush Senior im Jahre 1992, als er das „Victory-“ oder auch „Peacezeichen“ bei einem Staatsbesuch in Australien als Ausdruck seiner Freude über die Gastfreundschaft gebrauchte.  Leider bekamen die versammelten Farmer seinen Handrücken zu Gesicht und waren empört. Diese Geste wird dort, wie auch in Irland und Großbritannien, nämlich als doppelter Stinkefinger gedeutet.

Linke und rechte Hand sind bei uns mindestens so gleichberechtigt, wie Männer und Frauen es sein sollten. Ganz anders in Indien. Dort wird die linke Hand als unrein angesehen und, wenn überhaupt, bloß beim Toilettengang eingesetzt.  Weiterreichen von Speisen oder jemanden mit dieser Hand berühren ist tabu. Wäre wohl besser gewesen ich hätte Bilder von meiner rechten Hand geschossen.

Vielleicht sollten wir uns mal überlegen, neben Fremdsprachen fremde Gestikulierarten zu erlernen. Praktisch zu können wäre dies ohne Zweifel. Doch simple darf man sich das auf keinen Fall vorstellen. Denn Gesten gibt es ohne Ende. Und dann ist da ja auch noch die Mimik. Nicht zu vergessen – Körpersprache hält sich an keine Landesgrenzen. Heute, wo immer mehr Menschen um die Welt reisen, oder es auch im eigenen Land immer mehr Immigranten und Interkulturalität gibt, ist es jedoch allemal wichtig zu wissen, dass nicht überall Körpersprache gleich Körpersprache ist. Kultur, ethnische Zugehörigkeit, Lebensweise und noch viel mehr beeinflussen, die individuelle Ausdrucksweise. Toleranz und ein wenig Humorverständnis von beiden Seiten sollte jedoch die meisten peinlichen Miseren vergessen lassen und ein Schmunzeln auf das eine oder andere Gesicht zaubern.

Geschrieben von Johanna Meßner

Bilder von Johanna Meßner

 

Quellen zum Nachlesen:

URL: http://karrierebibel.de/handzeichen-gesten-ausland/ (Zugriff: 17.11.2015)

URL: http://web.de/magazine/reise/gesten-bedeutungen-verschiedenen-laendern-30593068 (Zugriff: 17.11.2015)

URL: http://www.sueddeutsche.de/reise/reise-knigge-indien-ruelpsen-erwuenscht-schnaeuzen-unmoeglich-1.588284 (Zugriff: 17.11.2015)

URL: http://wirtschaftsblatt.at/home/life/karriere/1152841/index (Zugriff: 17.11.2015)

 

Die stillen Regeln des Flirtens

Schon im prähistorischen Zeitalter gab es die typischen Geschlechterrollen. Der Mann war Jäger, die Frau meistens Vollzeitmutter/Angebetete/Säbelzahntiger-Grillmeisterin. Und ja, man kann durchaus sagen, dass damals das Flirten erfunden wurde. Immerhin gab es keine richtige Sprache und die Menschen waren auf ihre Gestikulation angewiesen.

Viele Haltungen die man am jeweiligen Geschlecht sieht, sind evolutionsbedingt. Daher spalten sich in vielerlei Hinsicht die Meinungen der Anthropologen und der Verhaltensforscher.

Woran die Evolution schuld ist und woran der stetige Medienkonsum, kann man dementsprechend nicht so leicht beurteilen. Hinzu kommt noch, dass sich das Verhalten je nach Geschlecht unterscheidet.  Trotzdem gibt es einige Fakts, die uns normal sterbliche vielleicht sogar interessieren könnten.

Gerade mal 250 Millisekunden entscheiden, wie wir eine Person einschätzen. Frauen besitzen 50 verschiedene Möglichkeiten, unbeabsichtigt zu flirten. Beim Mann hingegen gibt es nur 10 prägnante.

Das Gehirn bevorzugt gewisse Körperteile. Das sind die Augen, die Hände und der Mund. Diese Körperteile sollten unbedingt sichtbar gemacht werden. Wenn jemand beispielsweise mit Sonnenbrille gegenübersitzt oder die Hand vor dem Mund beim Reden hält, reagiert das Gehirn empfindlich und der Gesprächspartner wird dadurch verunsichert.

Ein wichtiges einprägsames Merkmal, worauf man unbedingt beim Flirten achten sollte, ist es genau zu beobachten, ob die Person gegenüber, einen selbst spiegelt. Wenn der Flirtpartner die eigenen Gesten übernimmt, so ist das ein Zeichen von Sympathie. Je mehr man eine Person mag, desto eher sucht der Körper Zuwendung. Wenn man nun einen Fehler macht, so wendet sich automatisch ein Körperteil ab.

Der Blickkontakt ist dabei auch entscheidend. Wesentlich ist, dass der Blickkontakt positive Signale versendet, also ja nicht arrogant gucken, wenn man schon interessiert ist!

Clooney

Abbildung 1: George Clooney macht den richtigen Blickkontakt vor

 

Frauen interpretieren manchmal den Blickkontakt falsch und verlieren sich in den Augen der Männer. Bei Männern ist dies generell auch möglich aber nicht beim Flirten und schon gar nicht beim ersten Flirt. Daher sollten Frauen achtsam sein, da Männer diesen Trick gerne zu ihrem Vorteil nutzen.

Außerdem machen sich Männer in der Regel recht breit, um Stärke zu zeigen. Oft fahren sie sich durchs Haar und legen gerne die Hände in die Hosentaschen, um möglichst lässig rüber zu kommen.

Frauen hingegen verhalten sich sehr unterwürfig. Der Oberkörper ist dabei nach vorne geneigt. Der Arm ist meist an die Hüfte gelehnt, um Weiblichkeit zu signalisieren. Ungewollt wird auch ein typisches „Duckface“ geformt.

Monalisa Duckface

Abbildung 2: Mona Lisa mit Duckface

Für die Männer wichtig zu unterscheiden ist ein „echtes“ und ein „falsches“ Lachen. Das schönere Geschlecht tendiert generell zu Lachen, egal ob sie genervt oder interessiert ist. Wenn sich also nur ein Mundwinkel nach oben zieht, kann man relativ sicher sein, dass es sich um ein gefälschtes Lächeln handelt. Die Augen spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Entsteht die so genannte Lachfalte ums Auge, ist das Lachen echt.

Je intensiver ein Mann flirtet, desto mehr gestikuliert er. Sind die Hände jedoch angespannt, ist er eher auf Distanz.

Die Position der Fußspitzen ist ebenfalls entscheidend. Sind beide Fußspitzen zugewandt, flirtet er. Sitzt er breitbeinig, betont er seine Männlichkeit. Geblähte Nasenflügel können auch Zeichen von Interesse sein.

Im Gespräch kommt es oft dazu, dass beim Flirt eine Person dominiert. Meist sind das die Frauen. Dominierende Frauen wirken dabei unattraktiv für den Mann – er fühlt sich schlicht entmachtet.

Flüchtige Berührungen werden von beiden gerne beabsichtigt. So haben Psychologen herausgefunden, dass nichts so wirkungsvoll ist wie eine Berührung, um eine unverzügliche Verbindung aufzubauen.

Frauen sollten eventuell vermeiden beim ersten Flirt zu weinen (auch wenn dieser Fall eher selten vorkommt). Der Geruch weiblicher Tränen törnt Männer sexuell ab!

Man sollte auf keinen Fall versuchen sich gewisse Gesten anzueignen. Wenn das antrainierte Verhalten so stark von der Persönlichkeit abschweift, wirkt es gekünstelt und letztendlich unecht. Stattdessen sollte man vielleicht eher auf den eigenen Flirt-Instinkt hören. Je besser man sich selbst beobachtet, desto eher kann man auch andere Menschen einschätzen.

Nach jedem guten Flirt, folgt ein gutes Date. Hier noch ein sehr nettes Video, wie wir uns beim ersten Date benehmen würden, wenn wir ehrlich wären.

 

 

Geschrieben von  Jasmina Dautovic 

 

Quellen:

Mona Lisa Duckface: http://www.collegehumor.com/

George Clooney: https://moxie4nav.wordpress.com/2014/12/16/nav-2013-web-client-limitations-possibilities/

Minkus, Janin: https://www.elitepartner.at/magazin/koerpersprache-beim-flirten.html (15.11.2015)

http://de.wikihow.com/Männliche-Körpersprache-beim-Flirten-lesen (15.11.2015)

Stihler, Carolin (2014) http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.koerpersprache-beim-flirten-sind-maenner-simpel-gestrickt.5beed53e-2243-4f4f-a491-cf378688f545.html (15.11.2015)

Beitragsbild: http://images.clipartpanda.com/lover-clipart-18362-couple-in-love-sitting-on-a-bench-surrounded-by-hearts-clipart-by-djart.jpg

Blickverhalten

Genieße den Augenblick! Aber was haben die verschiedenen Augenkontakte wirklich zu sagen? Es ist nicht egal wie man schaut. Sogar schon kleine Veränderungen am Blick können gleich völlig verschieden oder auch falsch ankommen.

Hier wird euch ein Einblick in sechs verschiedene Augenblicke geboten;

 

  1. Der Blick von oben

Blick nach oben

Bei den meisten Blickkontakten nimmt die Kopfstellung eine erhebliche Rolle ein. Bei dem Blick von oben nimmt durch die überhöhte Stellung des Kopfs, das Kinn eine aggressiv wirkende Stellung ein. Es wirkt so, als schaue man auf den anderen von oben herab und erhöht sich dadurch selbst, macht sich wichtiger und den Anderen unwichtiger. Der Blick von oben kann ein hohes Maß an Kontrolle und Macht ausüben.

 

  1. Der gesenkte Blick

gesenkte Blick

Diese Blickart steht für Unterwürfigkeit, Untergebenheit oder auch Schuldeingeständniss. Früher war es den Untergebenen untersagt, dem Kaiser oder dem Machthaber anzuschauen, da man es nicht würdig war. Der gesenkte Blick ist ein Zeichen für Tiefstatus.

 

  1. Der Blick von unten

Blick von unten 

Hier spielt die gesenkte Kopfhaltung eine wichtige Rolle, da man trotz ‚hanging-head’ den Blickkontakt aufrecht erhält. Man kommuniziert auch Schwäche oder Unterwerfung.

 

  1. Der Blick von der Seite

 Blick von Seite 1Blick von Seite 2

 Dieser Blickkontakt lässt sich nicht eindeutig einordnen. Man kann darunter einen schmeichelnden Blick erkennen aber sich andererseits auch in die Zuhörer Position versetzen, da man dem Anderen ein ‚Ohr leiht’.

 

  1. Der Blick nach Innen / ‚Narrenkastl’

Blick nach innnen

Obwohl der Gesprächspartner einen anschaut, schaut er bestimmt nirgends hin, sondern eher mit seiner seelischen Vorstellung oder Tagtraum verwickelt. Das sogenannte Narrenkastl kann sehr lange dauern und in eine Art Trance versetzen.

Andererseits kann er aber auch sehr kurz sein, wenn ein Redner/Rednerin kurz nach innen abschweift, also würde er/sie etwas aus der Gedankenwelt ablesen.

 

  1. Der direkte Blick

der direkte Blick

Der direkte Blick schafft Präsenz und zeigt Höflichkeit. Die Aufmerksamkeit beim Zuhörer ist maximal wenn ich dem Blickkontakt zugewandt bin. Zudem zeigt man durch den direkten Blick Interesse.

Fester Blickkontakt kann auch übertrieben werden und dadurch drohend oder manipulierend werden.

Es kommt immer auf die Länge und Intensität des Blickkontaktes an. Ein gesunder Blickkontakt hat bis zu einem Lidschlag die Dauer von höchstens 2 Sekunden. Dauern diese länger, signalisieren sie Spannung.

 

Geschrieben von Marlene Lackner

Bildquelle: http://augenklinik.uniklinikum-leipzig.de/Foto-Internet/wiefoto.html

Körpersprache in Werbung und Verkauf

Dass wir durch unsere Körpersprache der Außenwelt viele Informationen preisgeben, ist bereits bekannt. Auch Unternehmen nutzen die nonverbale Kommunikation, um den Vertrieb anzukurbeln. Im Verkaufsgespräch kann ein guter Verkäufer durch sorgfältige Beobachtung und Interpretation der Körpersprache des potentiellen Kunden eine optimale Beziehungsebene aufbauen. Mittels Gestik und Mimik legen wir einen Teil unserer Persönlichkeit offen und vermitteln unbewusst viele Botschaften. Durch die Orientierung an nonverbalen Signalen kann der Mitarbeiter oder Unternehmer eine Strategie für das Verkaufsgespräch entwickeln. Die Kunden zeigen durch zustimmende oder ablehnende Körperhaltung in den einzelnen Gesprächsphasen, ob bzw. wie weit das Kaufbedürfnis bereits geweckt wurde oder ob kaufhemmende Vorbehalte noch beseitigt werden müssen.

 

Körpersprache des Kunden

Verlegenheitsgesten: Der Kunde ist dem Kauf nicht abgeneigt, braucht aber noch zusätzliche Informationen oder möchte noch darüber nachdenken.

Fehlender Blickkontakt: Dies ist der Hinweis, dass die Entscheidung den Kauf abzulehnen, bereits getroffen ist, der Kunde den Verkäufer jedoch nicht damit konfrontieren möchte.

Körpersprache des Verkäufers

Um überzeugend, kompetent und selbstsicher rüber zu kommen, sind eine klare Stimme, die Zuwendung des Kopfes und eine offene Armhaltung von großer Bedeutung. Blickkontakt und ein Lächeln schaffen Vertrautheit.

 

Stimmt jedoch die Chemie zwischen dem Kunden und dem Verkäufer nicht, sollte man ein aufgesetztes Lächeln vermeiden, denn das wird schnell enttarnt. Die Sympathie ist bei einem Verkaufsgespräch generell sehr wichtig und kann beim möglichen Kauf entscheidend sein. Durch aufmerksame Beobachtung erfährt man einiges über die augenblickliche Befindlichkeit und den Gemütszustand seines Gesprächspartners. Da viele Gesten mehrdeutig sind und falsch verstanden werden, sobald sie aus dem Zusammenhang gerissen sind, ist das Zusammenspiel der Einzelreaktionen für die richtige Interpretation wichtig. Menschen versuchen jedoch auch ihre Körpersprache gezielt einzusetzen, um den Gesprächspartner zu täuschen. Dabei sollte man auf spontane Reaktionen und Emotionen achten, denn diese sind meist nicht kontrollierbar.

Nicht nur beim direkten Verkauf, sondern auch schon einige Schritte davor, bei der Werbung, setzen Unternehmen auf die Körpersprache. In Fernsehwerbespots und Plakaten strahlen uns die Menschen meist entgegen. Die lachenden, fröhlichen Gesichter sollen sich positiv auf ein Produkt oder eine Marke auswirken. Die Körpersprache unterstützt die Werbebotschaft, denn ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Die Botschaft der nonverbalen Kommunikation in der Werbung muss natürlich zum Produkt passen: Frauen bewegen sich locker und beschwingt bei Fastendrinks oder fühlen sich lebendig bei duftenden Duschgels. Männer zeigen erotische Blicke bei Parfum und strahlen Kraft in Autowerbungen aus. Oft werden in der Werbung auch fröhliche Familien mit Kindern, die sich liebevoll umarmen oder verliebte Pärchen, die sich romantisch in die Augen sehen, gezeigt. Emotionen und Werte (wie Liebe, Familie, Vertrauen, Glück, Tradition etc.)  sollen auf das Produkt übertragen werden.

Aber wenn wir uns mal überlegen…wer von uns strahlt schon vor Glück, nur wegen einer gut duftenden Bodylotion?

 

 

(Aufgrund der einfacheren Lesbarkeit wird die männliche Form für beide Geschlechter verwendet.)

Geschrieben von Christina Michalka

 

Quellen

Science ORF. (03. 06 2006). Abgerufen am 15. 11 2015 von http://sciencev1.orf.at/science/news/143926

Wirtschaftslexikon . (2015). Abgerufen am 15.11.2015 von http://www.wirtschaftslexikon24.com/d/koerpersprache/koerpersprache.htm

Wirtschaftslexikon . (2015). Abgerufen am 15.11.2015 von http://www.wirtschaftslexikon24.com/e/erlebnisbetonte-werbung/erlebnisbetonte-werbung.htm

 

Bildnachweis

Frankfurt Airport. (2015). Abgerufen am 15. 11 2015 von http://www.frankfurt-airport.de/content/frankfurt_airport/de/einkaufen_erleben/specials/neueroeffnungen-am-airport.html

Körpersprache – Coaching

Wir haben uns nun in diesem Blog schon viel mit dem Thema „Körpersprache“ befasst, zum Beispiel was sich aus dem Blickverhalten deuten lässt, wie man sein Gegenüber mit Körpersprache manipulieren kann, was man mit seiner Stimme und Stimmlage bewirken kann und vieles mehr. Doch mich hat ein Thema schon von Anfang an brennend interessiert, seit ich begonnen habe mich mit dem Thema auseinander zu setzen. Und zwar, gibt es irgendeine Möglichkeit sich Körpersprache effektiv anzueignen? Wenn ja, wie wird Körpersprache erlernt? Ich hatte früher einmal wöchentlich Gitarrenunterricht… Gibt es so etwas in der Art auch fürs Erlernen der Nonverbalen Kommunikation? Ich habe mich nun an meinen Laptop gesetzt und angefangen  zu recherchieren und bin zu interessanten Erkenntnissen gekommen.

Anfangs wollte ich herausfinden, was so ein Trainer der Körpersprache für Kompetenzen braucht und was er tatsächlich bewirkt. Diese Coaches sollen angeblich die soziale Kompetenz von MitarbeiterInnen in Firmen stärken und helfen, Menschen besser einschätzen zu können und sie sollen auch zur Verbesserung der Verhandlungsfähigkeit, des Auftretens und der Interaktion beitragen. Zu ihren Kompetenzen zählen an erster Stelle natürlich eine gute Menschenkenntnis und Menschenführung u.a…

Die Arbeit von Monika Matschnig

Diese Informationen haben mich neugierig gemacht und ich habe begonnen gezielt über Körpersprache Coaches zu recherchieren. Gleich zu Beginn ist mir ein Name ganz besonders ins Auge gestochen: Monika Matschnig. Sie ist eine renommierte Expertin für Körpersprache und Wirkungskompetenz, spezialisiert auf Führungskräfte, Manager und Politiker. Es wurde auch schon viel über sie in den Medien berichtet, zum Beispiel gab es Fernsehbeiträge auf ARD und Pro7 über ihre Arbeit. Matschnig war Leistungssportlerin, ist diplomierte Psychologin, internationaler Keynote-Speaker und seit mehr als 15 Jahren selbstständige Trainerin. Sie wird auf ihrer Homepage (www.matschnig.com) als eine dynamische, humorvolle und inspirierende Vortragsrednerin bezeichnet und scheint bei ihren Kunden, zu denen bekannte Firmen wie u.a. BMW und Lufthansa zählen, äußerste Beliebtheit zu genießen.

Doch wie sieht die Arbeit solch einer renommierten Expertin für Nonverbale Kommunikation eigentlich aus? Ein wichtiger Bestandteil ist das Halten von Vorträgen zu sehr interessanten Themen, wie „Andere Länder-andere Gesten“ oder „Mehr Mut zum Ich“. Außerdem betreibt sie ein sogenanntes „Individuelles Coaching“ bei dem sie den Kunden Hilfestellungen für bevorstehende Vorträge oder Moderationen bietet. Ich finde diese Möglichkeit des Coachings sehr ansprechend, da es auch für Personen geeignet ist, denen es nicht möglich ist direkt vor Ort zu sein. Monika Matschnig handhabt es nämlich so, dass sie in ihrem „Ferncoaching“ ein Video der Präsentation des Kunden ansieht und ihm anschließend ein schriftliches oder telefonisches Feedback bietet, oder mit ihm darüber skypt. Und sie hält auch öffentliche und firmeninterne Seminare ab. Diese Seminare ziehen sich über zwei Tage und sind besonders für Menschen geeignet, die in ihrem Beruf sehr gefordert sind, sich positiv darstellen und gewinnbringend auftreten wollen. Man sieht also, ihre Vorträge sind (leider) mehr oder weniger „nur“ auf Geschäftsleute zugeschnitten.

Realität?

Doch kann das Coaching von Monika Matschnig wirklich etwas bei ihren Kunden bewirken? Auf diese Frage eine Antwort zu finden war mir sehr wichtig. Natürlich werden die betreffenden Personen auf ihren individuellen Homepages immer von ihrer besten Seite präsentiert und in hohen Tönen gelobt. Man will ja schließlich Kunden von sich überzeugen. Doch wie sieht die Meinung ihrer Kunden tatsächlich aus? Die interessantesten Meinungen, die ich dazu finden konnte, seht ihr jetzt:

„Der Sonntag fand einen gelungenen Abschluss durch ein Feuerwerk an lebendiger Darstellung und einem spritzigen Vortrag. Es war einfach Klasse und ließ alle Teilnehmer fröhlich Abschied nehmen nach einer tollen Tagung. Vielen Dank für den gelungenen Vortrag.“ Heidi Buck, Arcor, 30. Bundestagung 2006, Frauenselbsthilfe

„Gratulation zu dem tollen Vortrag. Ich muss gestehen, dass ich seither deutlich stärker auf die Körpersprache achte, meine eigene, aber auch die meiner Gesprächspartner.“ Karlheinz Pitter, Vereinigte Volksbank AG

„Das war das Beste seit vielen Jahren! Ein toller Power-Vortrag, von einer Power-Frau!! Herzlichen Dank!“ Rainer Hewener, Finanzmakler

Vielen Dank nochmals für Ihren hervorragenden Vortrag. Alle waren begeistert und viele der Teilnehmer werden Ihre Tipps umsetzen.“ Thomas Bertram. Regionaldirektor Kaiserslautern

„Die Resonanz bei unseren Gesellschaftern war absolut positiv – Sie haben einrucksvoll und visualisierend klar gemacht was geht und was nicht. Toller Vortrag!“ Hartmut Goldboom, hagebau, Hagebau Forum 2006

Ich muss gestehen, dass ich wirklich durchwegs nur positive Kommentare zur Arbeit von Monika Maschnig finden konnte. Wirklich keine einzige Person übte auch nur etwas Kritik aus! Doch natürlich ist es jedem selbst überlassen, wie man zum Coaching der Körpersprache steht. Vielleicht finden wir uns ja tatsächlich eines Tages in einem Seminar für Nonverbale Kommunikation wieder…

Quellen zum Nachlesen:

URL: http://matschnig.com/home/ (Stand: 14.11.15)
URL: http://www.matschnig.com/files/ProfilMonikaMatschnig.pdf (Stand: 14.11.15)
URL: http://www.memo-media.at/events/eventpersonal-25/ausbildung-204/koerpersprache-trainer-4044 (Stand: 14.11.15)

Bildquelle:

http://keficoaching.com/blog/

Geschrieben von Eva Rotheneder

Stimme ist Macht

Die Stimme ist mehr als nur ein Übermittler von Ideen und Gedanken – sie hat Macht, aber über was?

Wir unterschätzen eines der natürlichsten und menschlichsten Dinge an uns: unsere Stimme.

Unsere Stimme ist weit mehr als ein Mittel, Gedanken und Ideen auszutauschen, wird jedoch meist auf genau das reduziert – dabei ist sie so viel mehr.

Die Stimme wirkt auf drei Ebenen: der linguistischen, der paralinguistischen und der extralinguistischen Ebene. Die linguistische Ebene beinhaltet Betonungen, durch die wir die Wichtigkeit der Aussage verdeutlichen, und Tonhöhenveränderungen, durch die unsere Absichten besser verstanden werden. Die paralinguistische Ebene schafft die Beziehung unter den Gesprächspartnern, kommt also der Beziehungsebene der Kommunikation gleich. Und letztens, die extralinguistische Ebene, was grundsätzlich die Art der Sprechweise ist, ob sie nun stottern, im Dialekt reden oder eine einschläfernde Stimme haben – die persönliche Stimmeigenschaft jedes Menschens. [1]

Durch die visuellen Medien hat der Mensch angefangen, mehr auf das Äußere zu achten und sich dadurch ein Bild für die gegenüberstehende Person zu bilden, anstatt auf deren Stimme zu hören.[2] Dabei ist die Stimme etwas sehr Intimes und gibt vieles von einem Preis:

„Das Alter, das Geschlecht, der Bildungsgrad, die regionale und die soziale Herkunft, der gesundheitliche sowie der momentane emotionale Zustand können sehr zuverlässig aus dem Stimmklang und der Sprechweise eines Menschen entnommen werden.“ [3]

Wenn wir eine Person wahrnehmen, ist bis zu 38% dieser Wahrnehmung deren Stimme. Die Schnelligkeit mit der man spricht, die Tonhöhe, der Rhythmus. All das sind wahnsinnig wichtige Faktoren.

Indem man langsamer bzw. schneller spricht, kann man Spannung aufbauen, den Zuhörenden fesseln. Schnell gesprochene Erklärung. Pause. Langsam gesprochenes Statement. Pause. Die Wirkung ist immens.

Indem man immer einen bestimmten Rhythmus in der Stimme hat, bestenfalls mit den passenden Gesten unterstrichen, kann es eine hypnotische Wirkung auf die Zuhörer haben.

Als Beispiel dazu nehme ich Barack Obama. Er hat eine sehr rhythmische Stimme, und benutzt sie geschickt um die Menge zu „hypnotisieren“. Er baut eine Stimmung auf, und dadurch dass seine Stimme so stark und mächtig klingt – fühlen sich die Zuhörer stark und mächtig. Als ob sie ein Teil von dem wären, was Obama ihnen mit seiner Stimme vorspielt.

Und dann noch die Tonlage der Stimme. Frauen haben evolutionsbedingt eine höhere Stimmlage als Männer, doch umso höher die Tonhöhe, umso negativer wirkt dies. Als Beispiel nehme ich hier Margaret Thatcher, ehemalige Premierministerin Großbritanniens. Am Anfang ihrer Karriere war ihre Stimme noch um einiges höher als in den späteren Jahren, denn sie lernte, dass sobald die Stimme tiefer klingt, man als kompetenter und durchsetzungsfähiger wahrgenommen wird. [4]

Und dann der letzte Aspekt an der Stimme. Sie verrät uns. Egal welche Emotion wir fühlen, es ist kaum möglich sein Gefühl nicht nicht in der Stimme deutlich zu machen.

„Emotionen wie Ärger, Freude oder Furcht werden durch subtile Vorgänge in den Kehlkopfmuskeln für andere hörbar.“ [5]

Ein Beispiel dafür, wie eng verbunden die Stimme mit den Emotionen des Menschen ist, ist Aphonie: wenn eine Person ohne irgendeinen physiologische Ursache die Stimme versagt und sie kein Wort hervorbringt – das „nur“ durch ein traumatisches Erlebnis ausgelöst. [3]

Kurz gesagt, durch die Stimme stellt man sich selbst dar, seine Gefühle und Emotionen, sein Alter oder die Herkunft, was wir aus dem äußerlichen Erscheinungsbild nicht (unbedingt) herauslesen können. In der Antike, zum Beispiel in den Rednerschulen des Cicero lehrte man Übungen der Stimmgebung – die Stimmtätigkeit wurde einem beigebracht bzw. erklärt. [1]

Wir sollten uns an den Römern ein Vorbild nehmen und unser Augenmerk auch wieder auf die Stimme zurücklenken. Auf ihre Funktion als Übermittler von Emotionen, persönlichen Daten. Auf ihre Macht über andere sowie über uns selbst.

Quellen:

[1] Bentele, Günter; Piwinger, Manfred; Schönborn, Gregor (Hrsg.) (2001): Kommunikationsmanagment.

In:http://www.piwinger.de/aktuell/FunktionDerStimeInDerKommunikation.html (14.11.15)

[2] Sendlmeier, Walter: Die psychologische Wirkung von Stimme und Sprechweise. Geschlecht, Alter, Persönlichkeit, Emotion und audiovisuelle Interaktion.

In:http://www.kw.tu-berlin.de/fileadmin/a01311100/Studiengaenge/2012_Resonanz-Raeume_W_Sendlmeier.pdf (14.11.15)

[3] Lehmann, Ischta (2014): Was die Stimme den anderen über uns verrät.

In:http://www.welt.de/icon/article127542040/Was-die-Stimme-den-anderen-ueber-uns-verraet.html (Zitat, aphonie (14.11.15)

[4] Body Language Secrets – National Geographic Discovery Channel

In: https://www.youtube.com/watch?v=IM64bHPepNI (14.11.15)

[5] Wüstenhagen, Claudia (2013): Der Klang der Seele. Die Stimme ist verräterisch. Sie lässt Launen und Charakterzüge erkennen und gibt sogar Hinweise auf Krankheiten. In: ZEIT Wissen Nr. 5/2013.

In:http://www.zeit.de/zeit-wissen/2013/05/stimme-charakter-launen-krankheiten (14.11.15)

Bild:

http://www.perspektiven-magazin.de/wissenschaft/wenn-die-stimme-versagt/

Geschrieben von Réka Berger

LIE TO ME – LÜGEN UND KÖRPERSPRACHE

Nur eine winzig kleine Lüge, um einer brenzligen Situation zu entkommen. Oder vielleicht zwei. Mit den richtigen Worten und ohne einen Kopf wie eine Tomate zu bekommen, wird man‘s schon glauben – oder etwa nicht?

Das Lügen gehört zu unserem Alltag wie fast kein anderes Phänomen und ist dennoch eines der undurchsichtigsten. Forscher streiten seit Jahren, wie oft man pro Tag lügt, eine festgelegte Zahl gibt es keine. Der Satz des Uni-Professors Jochen Mecke von der Universität Regensburg „Jeder Mensch lügt etwa 200 Mal am Tag“ kursierte vor einigen Jahren in mehreren Zeitungen. Dieser bestreitet aber, das so gesagt zu haben und verweist auf den Psychologen Helmut Lukesch, der wiederum den US-amerikanischen Psychologen John Frazier als denjenigen angibt, von dem die Zahl 200 stammt.[1]
Andere Forscher/innen kommen jedoch zu einer viel geringeren Zahl. So ließ die amerikanische Psychologin Bella DePaulo 147 Versuchspersonen Tagebuch über die Unwahrheiten schreiben. Fazit: Durchschnittlich zwei Lügen pro Tag. Ein weiteres Experiment mit Studenten wies wiederum eine Lügenquote von 2,9 bei einem gerade einmal zehnminütigen Gespräch auf.[2]

Etwas mehr einig ist man sich aber hinsichtlich der Tatsache, wie man Lügen erkennt. „Es sind nicht die Wort, es sind die Gesten, die den Lügner entlarven.“[3]

Wir schreiben das Jahr 1998. Bill Clinton muss sich als erstes US-amerikanisches Staatsoberhaupt vor der Grand Jury verantworten. Ihm wird eine Affäre mit der jungen Praktikantin Monica Lewinsky vorgeworfen. „Clinton windet sich recht geschickt heraus, weicht auf formal juristische Pseudo-Antworten aus. Zugeben will er nichts. Psychiater, die seine Körpersprache analysieren, machen Clintons Gesten misstrauisch. 26 Mal fasst der Befragte sich an die Nase, als Staatsanwälte ihn fragen, ob er Sex mit Monica Lewinsky hatte.“[4]

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  1. Januar 1998: Bill Clinton bestreitet, sexuelle Beziehungen mit Monica Lewinsky gehabt zu haben[5]

Das An-die-Nase-fassen ist mittlerweile allseits bekannt; es gibt aber eine Reihe weiterer körpersprachlicher Indizien, die auf eine Lüge hindeuten. So meint der ehemalige FBI-Agent Joe Navarro, der über zwei Jahrzehnte Verbrecher anhand ihrer Körpersprache enttarnte, dass unser ehrlichstes Körperteil die Füße seien. Diese Theorie lässt sich in der Praxis bestätigen. Warum wohl stehen Politiker gerne hinter einem Pult und verdecken damit ihre Füße? Nervöses Trippeln während des Abgebens der Wahlversprechen würde doch unglaubwürdig wirken, oder?[6]

Auch das Blickverhalten wird als wichtiger Faktor zum Aufdecken von Lügen verwendet. Vermeidet das Gegenüber beispielsweise Blickkontakt oder blinzelt häufig, sind dies Anzeichen dafür, dass die Person versucht, etwas zu verbergen. Weitere Indizien wären häufige Kratzbewegungen an den Armen und im Gesicht, übermäßiges Befeuchten der Lippen, übertriebene Mimik, also zum Beispiel starkes Runzeln der Stirn oder ein nicht zur Situation passendes Lächeln, und zu guter Letzt ein rot anlaufendes Gesicht.[7]

Es sei jedoch gesagt, dass die genannten Merkmale Anzeichen für eine Lüge sein können, aber nicht zwingend sind. Für nonverbale „Lügensymptome“ existieren nämlich unterschiedliche Erklärungsansätze; einerseits gibt es den „Erregungsansatz“, wobei angenommen wird, dass bei einer Lüge körperliche Reaktionen zunehmen (es kommt also zu den oben genannten Verhaltensweisen); andererseits gibt es den „Kontrollansatz“; hier wird angenommen, dass Lügner versuchen, nonverbale Verhaltensweisen zu unterdrücken, um eben gerade nicht als Lügner entlarvt zu werden.[8]

Welcher Ansatz nun der wahre ist, lässt sich nicht beantworten. Wie sich eine Person verhält, während sie lügt, hängt stark von der Persönlichkeit der Person selbst ab. Wichtiger als die Frage  „Lügt er/sie oder nicht?“ beantworten zu können, ist jedoch, sich bewusst zu werden, dass alle, die behaupten, zu 100% feststellen zu können, ob jemand ein Lügner ist, wohl selbst nur Lügner sind.

Anbei einige Zitate zum Thema Lügen:

„Lügen können Kriege in Bewegung setzen, Wahrheiten hingegen können ganze Armeen aufhalten.“
Otto von Bismarck

„Wer dir sagt, er hätte noch nie gelogen, dem traue nicht, mein Sohn!“
Wilhelm Busch

„Der beste Lügner ist der, der mit den wenigsten Lügen am längsten auskommt.“
Samuel Butler

„Es gibt eben so wenig hundertprozentige Wahrheit wie hundertprozentigen Alkohol.“
Sigmund Freud

„Keines Menschen Gedächtnis ist so gut, daß er ständig erfolgreich lügen könnte.“
Abraham Lincoln

Alle genannten Zitate und weitere finden sich unter: http://www.memory-palace.de/2014/12/luegen-zitate-und-sprueche/

[1] Drösser, Christoph (2011): Verlogene Gesellschaft. URL: http://www.zeit.de/2011/16/Stimmts-Luegen (12.11.2015)

[2] Zittlau, Jörg: Die ganze Wahrheit über das Lügen. URL: http://www.welt.de/gesundheit/psychologie/article106292192/Die-ganze-Wahrheit-ueber-das-Luegen.html (12.11.2015)

[3] Brzoska, Ina (2012): Lügen haben lange Nasen. Gesicht und Gesten verraten alles. URL: http://www.n-tv.de/wissen/Gesicht-und-Gesten-verraten-alles-article7262441.html (12.11.2015)

[4] Brzoska, Ina: a.a.O

[5] Brzoska, Ina: a.a.O

[6] Vgl. Brzoska, Ina: a.a.O

[7] Vgl. L., Dennis (2012): Lügner entlarven. Anhand der Körpersprache Lügen erkennen. URL: http://www.forschung-und-wissen.de/magazin/mensch-gesellschaft/anhand-der-koerpersprache-luegen-erkennen-13371694 (12.11.2015)

[8] Ludewig, Revital/Tavor, Daphna/Baumer, Sonja: Zwischen Wahrheit und Lüge, in: Justice – Justiz – Giustizia (2012/2), S.7

Geschrieben von Laura Graf

Manipulation und Irreführung durch Körpersprache

Es ist bekannt dass Körpersprache einen großen Teil unserer Kommunikation ausmacht. Ganz je nachdem wie wir uns dem gegenüber präsentieren, wirken wir auch auf ihn. Jeder von uns spricht mit seinen Händen während er mit einer anderen Person verbal spricht, dass macht der Mensch unterbewusst und ist dazu da, um das Gesagte zu untermalen und um deutlicher zu zeigen was gemeint ist.

Körpersprache ist aber nicht nur dass was mit den Händen während des Gespräches ge­macht wird, nein es ist ein Gesamtpaket aus mehreren Faktoren. Zu diesen Faktoren gehö­ren die bereits erwähnten Hände, die Bewegungen die wir mit dem Gesicht ausdrücken so­wie die Stimmlage in der wir sprechen. Kurz also: Gestik, Mimik, Stimmlage. Und dieses Ge­samtpaket entscheidet wie uns das Gegenüber wahrnimmt, ob wir ihm sympathisch oder unsympathisch sind, ob er uns vertraut oder nicht oder ob er zu einem aufsieht oder auf ei­nen herab. Wichtige Sache also oder?

Viele werden sich jetzt denken: „ist doch klar aber was soll ich jetzt mit den Infos?“. Nun ja es ist so, dass die Körpersprache bei den meisten Menschen vom Unterbewusstsein gesteuert wird. Jedoch kann man sie auch kontrollieren und lernen wie man sie perfektioniert. Und jemand der seine Körpersprache im Griff hat und weiß was er tut, kann andere Menschen besser von sich selbst beziehungsweise von einem Produkt überzeugen.

Ein sehr gutes Beispiel sind Politiker und Promis, sie haben eigene Coaches die ihnen bei­bringen wie sie sich bewegen und wie sie ihren Körper einsetzen. Bei großen Ansprachen von Politikern wie Barack Obama, die gehalten werden um die Masse zu begeistern, kann man gut beobachten was für Mittel hier eingesetzt werden. Seine Stimmlage ist tief, er be­nutzt emotionale Sätze und bringt diese besser zur Geltung in dem er kleine Pausen zwi­schen diesen macht. Durch das verfällt das Publikum sozusagen in Ektase und jubelt ihm zu.

Auch Verkäufer und Promotoren wenden diese Fähigkeiten an, sie kontrollieren während dem Gespräch ihre Stimmlage und ahmen das Gegenüber teilweise nach. Ein Beispiel dazu: Wenn ein Verkaufsgespräch an der Türe stattfindet versucht der Verkäufer sympathischer auf die andere Person zu wirken, indem gewisse Bewegungen nachgeahmt werden, lehnt sich der „potenzielle Käufer“ am Türstock an, ahmt der Verkäufer dies nach. Im Unterbe­wusstsein der anderen Person wirkt das sympathisch und die Person tendiert eher dazu dem Verkäufer zu glauben. Dass das funktioniert ist wissenschaftlich bewiesen.

Es gibt aber noch andere Tricks die Politiker, Promis, Verkäufer und Promotoren anwenden um das Publikum sozusagen zu manipulieren. Personen die unter Stress stehen sind leichter zu überreden etwas zu kaufen Setzt man die Person also unter Druck beziehungsweise un­ter Stress mit bestimmten Fragen oder mit zeitlichem Druck, sind sie leichter zu überzeugen. Ein weiterer Trick ist es Kompromisse zu finden, zum Beispiel beim Preis. Der Verkäufer setzt den Preis also zu Beginn höher an um das gegenüber im ersten Zug zu schockieren, im zweiten Zug geht er mit dem Preis etwas hinunter um seinen „guten Willen“ und „Ver­ständnis“ zu zeigen. Somit wirkt der Verkäufer wieder ein bisschen sympathischer und menschlicher, was den Dialogpartner eher dazu bringt das Produkt zu kaufen.

Auch im freundschaftlichen Bereich kann man bestimmte Techniken anwenden. Wenn man sich zum Beispiel mit einem Freund verabreden möchte und fragt: „Magst du heute etwas mit mir unternehmen?“, dann hat das gegenüber eher die Möglichkeit nein zu sagen. Formuliert man jedoch die Frage etwas anders und fragt: „Magst du heute etwas trinken gehen oder lieber ins Kino?“ Dann ist das Gegenüber vor die Wahl gestellt und tendiert weniger dazu abzusagen.

Es gibt noch jede Menge andere Tipps und Tricks die man lernen beziehungsweise anwen­den kann, jedoch muss man sich auch darüber bewusst sein, wer seine Freunde manipuliert, kann auch leicht seine Freunde verlieren. Im Endeffekt muss jeder Mensch für sich selbst entscheiden inwieweit Manipulation anderer Menschen in Ordnung ist. Dieser Artikel soll euch nur zeigen, dass es diese Techniken gibt und dass sie sehr wohl angewendet werden. Und wer weiß welche Techniken das sind, ihre Wirkung kennt und weiß wie sie funktionieren, tut sich auch leichter darin bestimmte Absichten zu durchschauen.

Geschrieben von Max Herk

Bildquelle:

http://www.preaching.org/manipulation/